Mit der zunehmenden Verknappung an verfügbaren Ressourcen gewinnen innovative Produkte an Bedeutung. Duktile Gussrohre mit äußerer Zementmörtelumhüllung nach EN 15542 sind dafür ein eindrucksvoller Beleg. Die Zementmörtelumhüllung wird dabei auf einen Rohrkörper mit einer aktiv wirkenden metallischen Grundbeschichtung (Zinküberzug) aufgebracht. Durch die Offenporigkeit der Zementmörtelumhüllung bleibt die aktive Schutzwirkung (Selbstheileffekt) der Beschichtung, auch im Falle von baustellenseitigen Beschädigungen, vollends erhalten.
Hohe mechanische Belastbarkeit
Duktile Gussrohre mit Zementmörtelumhüllung können in Böden mit einem Größtkorn von 100 mm eingebaut werden, unabhängig davon, ob es sich um Rundkorn oder gebrochenes Korn handelt. Bei einer Rohrgrabenverfüllung mit diesem Aushubmaterial, inklusive der darin enthaltenen Kornfragmente mit diesem möglichen Größtkorn, werden an den Rohraußenschutz und seine Schlagbeständigkeit besonders hohe Ansprüche gestellt. So muss die Schlagbeständigkeit dieser äußeren Rohrbeschichtung mehr als 15 J/mm betragen. Bei einer Nenndicke der Beschichtung von 5 mm ergibt sich dadurch eine Schlagarbeit von 75 Joule. Ein Schlagbeständigkeitswert von 75 Joule bedeutet eine Widerstandsfähigkeit gegen extreme mechanische Einwirkungen.
Grabenlose Rohreinbauverfahren
Die grabenlosen Rohreinbauverfahren erlangen eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung. Bei vonRoll hydro begann diese Ära bereits im Jahr 1994 mit einem ersten Projekt, ausgeführt mit Rohren DN 150 im Horizontal-Spülbohrverfahren (HDD). Neben dem hohen mechanischen Schutz durch die äußere Zementmörtelumhüllung, ist auch die hohe Leistungskapazität der längskraftschlüssigen BLS-Verbindung ein tragendes Element dieser Einbauverfahren. Bei einer Zugbelastung in der BLS-Verbindung, resultierend aus dem Innendruck oder bei der Verwendung für den grabenlosen Rohreinbau, stützt sich die Schweißraupe an den eingelegten Sicherungselementen in der Vorkammer ab und ermöglicht dabei eine sehr hohe Kraftübertragung.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte konnte eine Vielzahl von Projekten mit unterschiedlichsten grabenlosen Einbauverfahren erfolgreich realisiert werden. Unter anderem sind hier anspruchsvolle Projekte aus jüngster Vergangenheit zu benennen: Beispielsweise der Einzug von 756 m DN 500 in Merseburg und von 1.140 m DN 600 in Göteborg, jeweils nach dem Einzelrohrverfahren mit Einzug über eine Montagerampe nach dem horizontalen Spülbohrverfahren (HDD).
Wirtschaftlichkeit
Neben der Verwendung dieser Rohre für den grabenlosen Rohreinbau ergeben sich auch für den konventionellen Rohreinbau nachhaltige und wirtschaftliche Vorteile. Durch die Möglichkeit der Wiederverwendung des direkten Grabenaushubmaterials zur Rohrgrabenverfüllung sind hohe Kosteneinsparungen und die Reduzierung von CO2 Emissionen möglich. Es wird kein Abtransport von Grabenaushubmaterial und deren Verbringung auf Deponien erforderlich. Gleichzeit entfällt der Antransport von feinkörnigem Sand für die Rohrumhüllung. Zudem entfällt durch die Verwendung der längskraftschlüssigen BLS-Verbindung die Errichtung von Betonwiderlagern an Richtungsänderungen, Abzweigungen und Nennweitenreduzierungen.
Durch die Vermeidung des Ab- und Antransports von umfangreichen Bodenmaterialien und Beton reduzieren sich die hierfür erforderlichen LKW-Transportfahrten und die damit verbundenen CO2 Emissionen durch die Abgase dieser Fahrzeuge.
Zusammenfassung
Die Umsetzung der Anforderungen aus der RAL-GZ 699 garantiert eine bestmögliche Einhaltung von Kundenanforderungen. Damit diese Anforderungen der RAL-GZ 699 dauerhaft sichergestellt sind, werden die Produkte der RAL-GZ 699 jährlich durch eine akkreditierte Stelle fremdüberwacht. Auch in der heutigen Zeit ist mit Produkten "Made in Germany" und diesem RAL Gütezeichen ein nachhaltiges und wirtschaftliches Bauen Stand der Technik.
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